Nachhaltigkeit in Marketing und Vertrieb

Wie lebt ein Unternehmen Nachhaltigkeit in Vertrieb und Marketing?

Impulse zur konkreten Umsetzung in Ihrem Unternehmen

Nachhaltigkeit ist zusammen mit der Digitalisierung eines der Themen, die uns die nächsten Jahre weiter begleiten werden. Ich möchte in diesen Artikel gerne in paar konkrete Impulse für Marketing und Vertrieb geben, mit denen jeder Geschäftsführer, Marketing- oder Vertriebsleiter, direkt beginnen kann Nachhaltigkeit mit seinem Team zu leben.

Ganz kurz Theorie: Bei Wikipedia gib es die Definition, des Nachhaltigkeitsmarketings wie folgt:
Der Begriff Nachhaltigkeitsmarketing (von englisch Sustainability Marketing) bezeichnet eine Form des Marketings, welche alle drei Säulen der Nachhaltigkeit (Ökologie, Ökonomie und Soziales) ganzheitlich betrachtet und strukturell einbezieht. Das Ziel ist es, zukunftsfähiges Wirtschaften zu entwickeln, zu implementieren und innovative Ansätze transparent nach innen und außen zu kommunizieren.
Quelle: Wikipedia.

Als Unternehmensberater würde ich es so formulieren – Nachhaltigkeit bedeutet:
Im ganzen Unternehmen, besonders in den hier benannten Abteilungen Marketing und Vertrieb, wollen wir als Team und bei allen Prozessen und Tätigkeiten

  • Ressourcen schonend
  • sozial fair und
  • wirtschaftlich langfristig rentabel arbeiten.

Diese Anforderungen leiten unser Handeln zusätzlich zu den Anforderungen unserer Kunden (Kundenzentrierung) und den Wettbewerbsfaktoren.

Aus meiner Sicht würde das bedeuten, dass Nachhaltigkeit im ganzen Unternehmen verankert ist, zumal nach klassischer Definition durch das Marketing ja bereits Produkt, Preis, Distribution und Kommunikation abgedeckt sind.

Zur Sensibilisierung der Mitarbeiter und zur Einführung des Themas Nachhaltigkeit ist es natürlich wichtig Nachhaltigkeit an der Spitze (Geschäftsführer, C-Level, Bereichsleiter, CSR-Beauftragter) vorzuleben und bei den Mitarbeitern (durch früheres Involvement) auf eine breite Basis zu stellen.

Das ist nicht völlig neu, viele Unternehmen gerade im Mittelstand sind da in (Teil-) Bereichen schon ganz weit vorne. Denn Nachhaltigkeit mach nicht nur Spaß, schont die Umwelt und spart Rohstoffe, es erhöht auch die Attraktivität des Unternehmens für Mitarbeiter und Bewerber und spart in der Regel auch noch Geld.

Wie machen das z.B. mittelständische Unternehmen?

Am Beispiel des Kunden Salamander Industrieprodukte möchte ich gerne einen kleinen Einblick geben, was in den vier klassischen vier Säulen des Marketing-Mix konkret möglich ist:

„Nachhaltigkeit bedeutet für uns mehr als Umweltschutz: Wir gehen verantwortungsvoll mit unseren Ressourcen um, setzen auf eine langfristige Bindung unserer Mitarbeiter und auf ein ausbalanciertes Wachstum.“
Ist die Überzeugung von Götz Schmiedeknecht (Co-CEO).

Verankerte und gelebte Nachhaltigkeit im Unternehmen:

  • Verankerung des Themas in der unternehmensweiten S500 Strategie und in der Positionierung des Unternehmens
  • Förderprogramme für Mitarbeiter
  • Diversität und Inklusion
  • Widerstandsfähige Ausrichtung der Unternehmensgruppe gegen konjunkturelle Schwankungen
  • Kleines Detail, was ich super fand: Schafe statt Rasenmäher auf den Grünanlagen am HQ

Produktpolitik:

  • Entwicklung und Lauch des prämierten „Recycling Fenster Greta“, bis zu 100% Recycling-Kreislauf für alle Produkte
  • Ressourcen schonende Fertigung
  • Wiederverwendung von Recyclingmaterial
  • Senkung des Energieverbrauchs
  • 100% Ökostrom
  • eigenes Wasserkraftwerk (8% Stromanteil) in Türkheim
  • Investitionen in ökologische Technologien wie Photovoltaik-Anlagen

Preispolitik:

Mit einer „Preis-Werten“ Kalkulation und einer transparenten Preisgestaltung der Produkte für den Kunden, könne höhere Preise erzielt werden, die nachhaltiges Engagement und Investitionen auch möglich machen.

  • Z.B. beim Premium Linie Greta Fenster, ein voll recyceltes Premium-Produkt, ausgezeichnet mit dem German Design Award

Distributionspolitk/Vertrieb:

  • Digitales einheitliches B2B Vertriebsmaterial, welches für den Besuch beim Kunden nicht gedruckt werden muss
  • Digitalisierung von B2B Bestell- und Beratungsprozessen durch Apps und Portale
  • myWindow App für den Endkunden
  • digitale Co-Marketing/Sales-Konzepte für den Fachhandel (B2B2C)
  • modulares wiederverwendbares Messekonzept (Fensterbau Frontale 2022), welches auch als Showroom und für Roadshows eingesetzt werden kann
  • kundenzentriere Automatisierung von Kommunikations-Prozessen im CRM

Kommunikation:

Hier gehen Digitalisierung und Nachhaltigkeit oft dankbar Hand in Hand, da das Informations- und Kommunikations-Verhalten der Kunden digitaler geworden ist.

  • zielgruppengenaue Ansprache durch besser Kenntnis der Zielgruppe nach der Erstellung von Buyer-Personas
  • weniger Kommunikation, dafür im richtigen Channel
  • stärkere Gewichtung der digitalen Channels bei der Zielgruppenansprache für B2B und B2C Kunden, sowie potenzielle Bewerber
  • Printauflagen nur, wo Print einen Mehrwert bietet und auch nur in kleinen Auflagen
  • Regionale Produktion von Marketing-Materialien aus umweltfreundlichen Materialen, wann immer möglich mit entsprechenden Zertifizierungen

Dies sind natürlich nur einige Beispiele aus der Salamander Gruppe.

Quelle: Eigene Kenntnisse durch meine Interim-CMO Tätigkeit bei Salamander, Salamander Website:
Salamander

Impulse zur Nachhaltigkeit – konkrete Beispiele für Ihre Marketing und Vertriebsabteilung:

Marketing:

  • Wertesystem und Positionierung für Ihr Unternehmen entwickeln und um Nachhaltigkeit ergänzen
  • Nachhaltigkeit im Unternehmen auch sichtbar und erlebbar machen, z.B. in Workshops, Events, Ausstellungen, Intranet, etc
  • Nachhaltigkeits-Workshops bei den Mitarbeitern in Marketing und Vertrieb als Blueprint für das Netzwerk in weiteren Abteilungen des Unternehmens
  • Glaubwürdige authentische Kommunikation des Themas Nachhaltigkeit nach innen und außen, nur was wirklich umgesetzt und gelebt wird, kommt auch in die Kommunikation
  • Kommunikationsmaterial mit Buyer-Personas und Kundenzentrierung sparen, indem nur noch das produziert wird, was die Zielgruppen wirklich benötigen
  • Umstellung der Kommunikationsmaterialien auf Digital statt Print:
    • z.B. Produktkatalog als Webanwendung oder App, Druck einzelner Seiten nur noch on demand für den Kunden
    • genau in dem Medium anbieten, dass zu den Buyer-Personas Ihrer Kunden passt
  • Soziale Aktionen zur Förderung von Mitarbeitern und sozialen Einrichtungen
  • Botschaften mit den Themen Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein nach innen und außen kommunizieren, um mit der erzählten Story bei Kunden und Mitarbeitern Awareness für dieses Thema zu schaffen
  • Lieferanten auf Nachhaltigkeit prüfen und gezielt auswählen oder hinführen
  • Lieferanten mit Nachhaltigkeits-Konzepten und Zertifizierungen beauftragen
  • Regionalität und kurze Wege bei Lieferanten bevorzugen

Konkrete Beispiele aus dem Vertrieb:

  • Segmentierung statt Gießkanne, um das Kommunikationsmaterial zu reduzieren
  • Erstellungen eines kundenzentrierten „Vertriebs-Baukastens“ mit echtem Kunden-Nutzen, bei dem der Vertrieb für onsite oder virtuelle Vertriebstermine auswählen kann, was dem Kunden präsentiert wird. So lässt sich Zeit und Material sparen.
  • Hybride Kundenbesuche, z.T. onsite, z.T. virtuell, dies senkt Fahrtkosten und schafft Zeit beim Außendienst
  • Klimafreundliches Reisen bei Außendienst-Terminen mit Bahn, Bus, Fahrrad und Elektroauto
  • Klimafreundliche Routenplanung
  • Konsequenter Einsatz von moderner Technologie wie CRM und Marketing Automation, virtuelle Showrooms etc., um Termine auf Reisetätigkeit auf ein sinnvolles Maß zu reduzieren
  • Modulare wiederverwendbare Messestände die z.B. als Showroom am Stammsitz, bei Kunden oder bei einer Roadshow
  • Nachhaltiger Materialeinsatz bei Messen
  • Klimaschutzbeiträge im eCommerce

Und was machen Sie im kleinen Herr Sander?

Ich freue mich, wenn ein paar Anregungen beim für Sie dabei waren. Macht der Jörg Sander das auch in seiner Firma? Ja, das macht er. Meine Beratung erbringe ich zu weiten Teilen remote, wenn ich für Workshops oder Team-Coachings vor Ort zu Kunden fahre, wähle ich das passende nach Möglichkeit umweltfreundlichste Verkehrsmittel. Das Lieblingsobjekt der Deutschen, den Dienstwagen habe ich seit einem Monat abgeschafft. Kurze Wege laufe ich oder fahre mit dem Rad. Ich habe auch auf neue Visitenkarten verzichtet und stattdessen weiter in meine Website investiert. In meiner Unternehmensberatung habe ich das Thema bei Nachhaltigkeit bei allen Projekten mit auf der Agenda.

Schreiben Sie mir gerne Ihre Anregungen oder Erfahrungen.

Bis zum nächsten Artikel und Herzliche Grüße

Nehmen Sie Kontakt auf!